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Wie sprachen die Franken?

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grosstuchen
Verfasst am: 06.01.2015 um: 00:58 Uhr
 
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Das Frankenreich Karls des Grossen um 800 erstreckte sich fast über das gesamte heutige Frankreich und weite Teile des heutigen Deutschland.
Gab es eine gemeinsame Sprache in dem Reich und welche war das?

mfg
grosstuchen
 



markush
Verfasst am: 06.01.2015 um: 03:04 Uhr
 
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Die Schriftsprache war Latein, das hat sich erst zur Neuzeit geändert.
Die Sprache zu Hof war bestimmt Fränkisch (bzw. Althochdeutsch), das konnte sich im ganzen Reichs Karl nicht durchsetzten, bzw. die Zeit bis zur der Reichsteilung war zu kurz und so hat es aus den regionalen Sprachen die heutige Amtsprache entwickelt.

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Letzte Änderung am: 06.01.2015 um: 03:11 Uhr durch: markush
 

grosstuchen
Verfasst am: 06.01.2015 um: 11:06 Uhr
 
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Zitat von markush
.... und so hat es aus den regionalen Sprachen die heutige Amtsprache entwickelt.

Danke. Wie ist das gemeint?

mfg
grosstuchen
 

christdam
Verfasst am: 06.01.2015 um: 13:49 Uhr
 
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Jeder Stamm hatte seine Sprache. In den Hofschulen Karls d. Großen, den Klöstern etc. war Latein die Sprache. Sie hatte zwar eine Vormachtsstellung, aber - so schildert es der Historiker Lothar Häusler - Karl der Große bemühte sich auch um die Pflege der deutschen Sprache - allerdings ist diese nicht gleichzusetzen mit unserer heutigen Sprache.

Die Franken werden eine Art romanischen Dialekt gesprochen haben. Dies lässt sich aus der Quelle des Nithards entnehmen, welcher über de Straßburger Eide von 842 folgendes zu berichten weiß:

"Es trafen sich also am vierzehnten Februar Ludwig und Karl in der Stadt, die ehedem Argentaria hieß und nun Straßburg heißt, und schwuren wie unten folgt, LUDWIG (der Fromme, der die Osthälfte des Karolingischen Reiches hatte, also das heutige Deutschland mehr oder weniger) aber sprach ROMANISCH. KARL DEUTSCH." (Quelle: Deutsche Geschichte, Bd.1, S. 129).

Die sich damals entwickelnde DEUTSCHE Sprache hatte mit der heutigen wenig gemein. Ab 750 begann man in der Osthälfte des Karolinigischen Reiches mit der Niederschrift von Texten in Althochdeutsch. Das las sich ungefähr so: "Ik gihorta dat seggen, dat sih urhettun aenon muotin Hiltibrant enti Hadubrant untar heriun tuem."

Wie das Altfränkische oder Romanische zu der Zeit aussah, kann ich allerdings nicht beantworten.






 

markush
Verfasst am: 06.01.2015 um: 19:19 Uhr
 
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Zitat von grosstuchen
  
Zitat von markush
.... und so hat es aus den regionalen Sprachen die heutige Amtsprache entwickelt.

Danke. Wie ist das gemeint?

Das ist so gemeint, das ich nicht glaube, das Karl der Große so großen Einfluss gehabt hat das sich auf seinen Herschaftsgebiet eine einheitliche Sprache gebildet hat. Sonder das vielmehr sich aus der Sprache der Bevölkerung das heutige französisch, Italienisch oder deutsch entstanden ist.
Aber wobei die Römer auch einen sehr großen Anteil daran hatten das der Anteil der romanischen Sprache so verbreitet ist, wie in Spanien, England, Frankreich und Italien. Wobei wenn du aber in der Englischen Sprachgeschichte schaust, wurde zeitweise in England auch ein deutscher Dialekt gesprochen (Altenglisch). de.wikipedia.org/wiki/Altenglisch

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christdam
Verfasst am: 06.01.2015 um: 21:31 Uhr
 
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Ja, Sprachen sind eine sehr mobile Angelegenheit.






 

grosstuchen
Verfasst am: 07.01.2015 um: 01:39 Uhr
 
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Zitat von christdam
...Die Franken werden eine Art romanischen Dialekt gesprochen haben. Dies lässt sich aus der Quelle des Nithards entnehmen, welcher über de Straßburger Eide von 842 folgendes zu berichten weiß:
"Es trafen sich also am vierzehnten Februar Ludwig und Karl in der Stadt, die ehedem Argentaria hieß und nun Straßburg heißt, und schwuren wie unten folgt, LUDWIG (der Fromme, der die Osthälfte des Karolingischen Reiches hatte, also das heutige Deutschland mehr oder weniger) aber sprach ROMANISCH. KARL DEUTSCH." (Quelle: Deutsche Geschichte, Bd.1, S. 129). ....

Dass die Franken eine Art romanischen Dialekt gesprochen haben sollen, scheint mir keineswegs dadurch bewiesen, dass Ludwig Romanisch sprach.
Oder es stellt sich die Frage: Waren die Franken Germanen oder Romanen? Oder beides?

mfg
grosstuchen
 

markush
Verfasst am: 07.01.2015 um: 16:59 Uhr
 
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Bei Wikipedia habe ich dieses gefunden, ich zitiere:
Franken und einheimische Bevölkerung vermischten sich im Laufe der Zeit sprachlich und kulturell. Im Westen dominierte die galloromanische Volkssprache, im Osten die fränkische Sprache, dazwischen bildete sich bis zum 9. Jahrhundert eine Sprachgrenze aus. Der Großteil der Salfranken verschmolz später im Volk der Franzosen und Wallonen. Die Salfranken an der IJssel und am Niederrhein sowie die Mosel- und Rheinfranken behielten ihre fränkischen Mundarten bis in die Neuzeit bei...
de.wikipedia.org/wiki/Franken_%28Vo...

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grosstuchen
Verfasst am: 07.01.2015 um: 22:38 Uhr
 
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Zitat von markush
...Franken und einheimische Bevölkerung vermischten sich im Laufe der Zeit sprachlich und kulturell. Im Westen dominierte die galloromanische Volkssprache, im Osten die fränkische Sprache, dazwischen bildete sich bis zum 9. Jahrhundert eine Sprachgrenze aus. Der Großteil der Salfranken verschmolz später im Volk der Franzosen und Wallonen. Die Salfranken an der IJssel und am Niederrhein sowie die Mosel- und Rheinfranken behielten ihre fränkischen Mundarten bis in die Neuzeit bei...

Ja, das klingt ziemlich plausibel. Bedeutet aber wohl auch, dass Fanzosen und Wallonen durchaus nicht rein romanischer Herkunft sind, sondern eine romanisch-germanische Mischung?! Wie gross mag der fränkisch-germanische Anteil sein?

mfg
grosstuchen
 

markush
Verfasst am: 07.01.2015 um: 23:52 Uhr
 
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Was meinst du mit romanischer Herkunft? Aus Rom kommend?

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