Er ist wieder da

Seiten: 1, 2
ireland
Verfasst am: 02.07.2013 um: 01:31 Uhr
 
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Hey ihr,

durch eine Freundin bin ich auf das Buch "Er ist wieder da" von Timur Vermes gestoßen. 

Es geht darum, das Hitler im Jahr 2011 erwacht. Eine Frau regiert Deutschland, es leben viele Ausländer in D' usw.
Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was ich davon halten soll. 

Es hört sich lustig und spannend an, aber darf man unsere Geschichte so .... "Ins lächerliche" ziehen?
Ist diese Zeit nicht eher noch ein Tabuthema in unserer Gesellschaft?
Hat das Buch schon jemand gelesen?

liebe Grüße 
Nina



 



consider
Verfasst am: 02.07.2013 um: 08:45 Uhr
 
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Habe das Buch nicht gelesen, finde das Thema aber interessant. Ich empfinde es nicht als Tabubruch, sich mal vorzustellen, wie denn die alten Nazigrössen in heutiger Zeit ankommen würden.

Es dient doch eher einer kritischen Betrachtung der Vergangenheit und besonders auch der Gegenwart, wenn es richtig gemacht ist. Satire hat aj irgendwo auch immer einen Kritikpunkt. Solange der vorhanden ist und nicht verherrlicht, beschönigt, verniedlicht und gehetzt wird, halte ich dieses absurde Scenario doch für sehr interessant.

Es hat zumindest sehr viel Potential. Wäre tatsächlich mal interessant zu wissen, ob der Author dieses ausschöpft.

Unabhängig davon, zu welchem Schluss dieses Buch kommt, läuft6 es mir bei dem Gedanken eiskalt den Rücken runter. Denn ich bin davon überzeugt, dass diese Leute, mit der richtigen Rethorik, dem "man wird doch wohl noch sagen dürfen", eine breite Zustimmung finden würden und ihre Menschenverachtenden Ziele erneut angehen könnten.



Letzte Änderung am: 02.07.2013 um: 08:47 Uhr durch: consider
 

Verfasst am: 02.07.2013 um: 13:12 Uhr
 

Man muss aufpassen, dass man die Gedanken nicht zu sehr ausbreite. Was zuerst als lächerliche Spinnerei verkauft wird, kann bald Wahrheit werden. 

Hat man doch auch bei "In 80 Tagen um die Welt" gesehen: Der Autor berichtet in dem Buch von einem Heißluftballon, welchen es zu der Zeit noch nicht gab, danach jedoch erfunden wurde.

 

Verfasst am: 02.07.2013 um: 15:17 Uhr
 

  
Zitat von klicksbum


Hat man doch auch bei "In 80 Tagen um die Welt" gesehen: Der Autor berichtet in dem Buch von einem Heißluftballon, welchen es zu der Zeit noch nicht gab, danach jedoch erfunden wurde.




MÄÄÄPPPPPP - Falsch.
1783 der erste Heißluftballoon (im Juni noch unbemannt, später dann bemannt) - "In 80 Tagen um die Welt" erschien...tadaaa....fast 90 Jahre später, 1873.


 

consider
Verfasst am: 02.07.2013 um: 15:21 Uhr
 
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*lach* beeindruckendes Geschichtswissen!

Aber der Zusammenhang stimmt schon. Viele Fiktionen werden fast genau so wahr, wie sie in manchen Romanen stehen. Also würde da die Wissenschaft "abgucken". Aber das bezieht sich doch eher auf Wissenschaft und Technik, weniger auf Politik.

 

Verfasst am: 02.07.2013 um: 15:28 Uhr
 

Hat nix mit Geschwichtsiwssen zu tun, sondern zweimal Googeln 

Wissenschaft und Technik: Ja.
Politik: wie du gesagt hast - Nein.


Mal was zum Thema/Buch: ich kenn das Buch nicht - aber warum sollte das Thema ein Tabuthema sein? Das wäre so, als würden wir Österreicher der festen Überzeugung sein, dass Kaiserin Sisi eine kleine vornehme Prinzessin war und keine Drogenprobleme hatte. Gut - wobei...der Großteil tut das eh...

Aber echt jetzt - durch totschweigen des Hitler-Regimes wird auch nix gut. Ich fänds viel besser wenn darüber diskutiert wird - was in dem Buch ja anscheinend der Fall ist, oder?

Und ganz ehrlich: über Figuren wie Hitler mach ich mich gerne lustig. Ich bin zwar ein historisch gebildeter Mensch und empfinde gegenüber dem Holocaust usw. eine große Abschäu - aber über ein Hitler-Bild wie in Inglorious Bastards ("NEIN, NEIN, NEIN, NEIN!!!") lach ich trotzdem. 

 

consider
Verfasst am: 02.07.2013 um: 15:36 Uhr
 
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Sissi hatte Drogenprobleme? Ich hatte auch das naive Bild der von dir angesprochenen Leute. Wohl, weil ich mich nie wirklich damit beschäftigt habe und mein Wissen in dem fall aus dem Fernsehen habe XD

Was das Buch betrifft, sehe ich das auch so. Ich hatte auch zuerst einen komisches Gefühl bei dem Thema, lässt es sich doch sehr gut für Zwecke benutzen, die ich nicht gut heisse.

Nachdem ich einige Kritiken dazu gelesen habe ist mir klar, dass es tatsächlich um Satire geht. Somit um eine kritische Betrachtung des Themas. Und davon kann es mMn nie genug geben.

 

Verfasst am: 02.07.2013 um: 21:50 Uhr
 

  
Zitat von consider
 
Was das Buch betrifft, sehe ich das auch so. Ich hatte auch zuerst einen komisches Gefühl bei dem Thema, lässt es sich doch sehr gut für Zwecke benutzen, die ich nicht gut heisse.
Muss ich consider auch zustimmen. Was zuerst als harmloses Buch anfängt, kann bald schlimm enden. Aber so weit wollen wir jetzt noch nicht denken. 

 

Ratgeber
Verfasst am: 03.07.2013 um: 03:07 Uhr
 
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Habe nur den Kurzüberblick gelesen ...
Das Buch zeigt auf, wie ein damaliger Agitator auch heute noch "erfolgreich" sein könnte.... und ich glaube, dass es nötig ist, solche Eventualitäten/Möglichkeiten immer wieder aufzuzeigen.

Auch .. oder gerade heute .. könnte man solche Ziele auch heute noch verfolgen. Durch moderne Technik, ist das "eigentliche Ziel" sogar noch viel besser zu erreichen .. und vor allem.. man kann das Ziel noch viel länger vor der Allgemeinheit verstecken.
---> und dann "falen wir aus allen Wolken", wenn wir plötzlich die gleichen (oder noch schlimmere) Zustände haben wie damals.

Heute braucht es keinen Krieg und andere Mittel mehr , um das Denken/die Meinung der Menschen allgemein nach seinen eigenen Wünschen zu verändern.

Man braucht sich eigentlich nur das , was sich die Leute wünschen, auf die Fahne zu schreiben .. und dann dafür sorgen, dass man nur noch als "Gutmensch" angesehen wird. Dann kann man nach einiger Zeit relativ leicht Einfluss nehmen .. und wird trotzdem nie als "der Bösewicht" dastehen.

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Beispiel (ohne Namen zu nennen .. aber jeder wird automatisch merken, wen ich damit meine)

Phase 1)
Baue ein Netzwerk auf.
- Sorge dafür, dass du zuerst möglichst viele lebensunerfahrene User bekommst. Allein die reine Masse ihre Meinung wird später schon die Meinung der Nachfolgenden beeinflussen.
- Sorge dafür, dass du zunächst möglichst viel Einfluss auf deinen "Wirkungsbereich" bekommst = kaufe Firmen und Technologien, die du später brauchen kannst um dein Ziel zu erreichen.
- Sorge dafür, dass alle User meinen, alle anderen User wären nur Freunde, die nie etwas Schlechtes vorhaben könnten.
- Gib den Usern was sie wollen, um sie unkritisch deiner eigentlichen Ziele zu machen (Zuckerbrot und Peitsche)
- Sorge dafür, dass alles Negative als positiv dargestellt wird.
- Sorge dafür, dass deine Rechtsbasis nie "ganz eindeutig negativ" ist.

Phase 2)
Öffne das nationale Netzwerk zu einem inetrnationalen Netzwerk
- Nimm Einfluss auf die Medien deines Wirkungsbereichs
- Erweitere dein Netzwerk so, dass dein eigentliches Ziel immer noch im Vordergrund steht .. die rechtliche Basis aber so verworren ist, das ein einzelnes Land keinerlei Handhabe dagegen haben kann.
- Versuche, möglichst vierle Daten über die Nutzer zu bekommen, damit du dein eigentliches Ziel verfolgen kannst und gleichzeitig immer über deine Opposition Bescheid weißt.
- Schaffe eine mentale Abhängikeit, so dass die User immer mehr von dir abhängig werden .. und dir gleichzeitig immer weitere User bringen
- Schaffe eine wirtschaftliche Machtposition, so dass keiner umhin kommt, dich zu nutzen .. um sich selbst einen Vorteil zu verschaffen.
- Sichere dir die Unterstützung deines eigenen Landes indem du dein Wissen mit den Behörden teilst.

Das war eigentlich nur die Kurzzusammenfassung eines bestehenden Netzwerkes .. und wie es sich bisher entwickelt hat.

--------

Hitler brauchte von 1923-1933 bis er "endlich was zu sagen hatte". In der Zeit sammelte er seine "User".
Von 1933-1939 bereitete er alles dafür vor, um seine Reputation im Ausland zu erhöhen und die anderen Länder "einzulullen".
1939 kam dann seine "letzte Phase" , in der er dann seine Ziele komplett durchsetzen wollte. Am Anfang wurde er trotzdem noch nicht überall kritisch angesehen.

Das Netzwerk, von dem ich spreche, hat gerade einmal 4 Jahre gebraucht, um seine "Ideologie" auch auf andere Länder zu verbreiten.
Nach weiteren 5 Jahren hatte es dann sein "System" schon auf mehr Länder und Menschen verbreitet, als es Hitler je geschafft hätte.
Da das Ziel des Netzwerkes jedoch kein politisches ist, sondern ein wirtschaftliches, wird die "letzte Phase" nie so offensichtlich eintreten wie damals.
Es hat jedoch bereits mehr Wissen über seine User als alle Geheimdienste seit damals zusammen.

"Wissen ist Macht".
Diese Art von "Machtergreifung" hat längst schon stattgefunden .. und egal ob NSDAP oder STASI.. sie waren alles "Waisenknaben" im Vergleich zum besagten Netzwerk. Das Netzwerk braucht nämlich keine Denunzianten mehr.. weil jeder User seine Infos freiwillig gibt. Und wer nicht spurt, dessen Daten werden dann eben von anderen Usern gegeben.

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"Er ist wieder da" - Ja !
Aber , er ist keine einzelne Person mehr und er hat viel mehr Möglichkeiten, seine eigentlichen Ziele zu verschleiern und die Menschen, die ihm vertrauen, so lange in Unwissenheit zu halten, bis sie es nicht mehr merken, dass "Er" schon längst das Sagen hat.

Und das Fatale ist ... die Regierungen aller Länder betrachten ihn auch noch als "Vorbild" in Sachen "Informationsgewinnung".
Sie ahmen ihn nach .. nutzen die gleiche Technologien .. und auch "Argumente", um ihre Tätigkeiten als "vorteilhaft" für ihre Bürger darzustellen.

"Der neue Hitler" tritt also nicht mehr "eindeutig" auf.. und das macht ihn umso gefährlicher.
NOCH gibt es eine Opposition. Er muss aber nicht mehr dagegen vorgehen, weil er schon längst so viele Menschen beeinflussen konnte, dass deren Meinung die Opposition faktisch "totschreit".
Gegen den "neuen Hitler" wird es keinen Weltkrieg geben. Er ist dezentral organisiert. Man kann "der Schlange nicht mehr den Kopf abschlagen".
Man kann ihn nur noch aushungern ... ihm immer weniger Informationen geben, so dss sein Einfluss auf lange Sicht ins Bedeutungslose versinkt.

9 Jahre Netzwerk ... und es wird bedeutend länger dauern, dass es seine Wissensmacht wieder verlieren wird... wenn überhaupt.


 
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consider
Verfasst am: 03.07.2013 um: 13:07 Uhr
 
Dr. CwCity.de
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"Soziale" Netzwerke mit dem Nationalsozialsimus zu vergleichen ist nicht angemessen. Wir hatten das Thema ja schon mal. Einen Diktator kann man sich nicht aussuchen. Man bekommt ihn vorgesetzt. Man lebt in dem Land und kann höchstens flüchten, wenn überhaupt. Oft sind Leib, Leben und auch rein physiche Freiheit in Gefahr.

Ein soziales Natzwerk kann Macht erringen. Aber letzlich nur über Leute, die gerne Sklaven sind. Man kann es sich heraussuchen. Ist ein bisschen so, wie die Abenteurer, die sich nen Nacht in Alcatraz einsperren lassen, um mal zu sehn, wie das damals war. Nur eben nachhaltig und allumfassend.

Letrzendlich regiert uns das Geld. Von daher sind solche "Freihandelsabkommen" mit bestimmten Ländern bedenklich, wie sie das Merkel durchziehen will. Aber das ist ein andres Thema. Die hat es sich ja schon so bequem in Obamas Dickdarm gemacht, da muss man nicht weiter drüber reden.


Daher wird dadurch zum Einen der Nationalsozialismus verharmlost, wenn man solche Relativierungen trifft, zum andren SN indirekt als Nazis dargestellt, was sie nicht sind. Ausserdem wird es der Problematik, die in der Sammelwut und dem Ausschlachten der User auf SN liegt nicht gerecht. Man sollte da doch bitte mal die Kirche im Dorf lassen und nicht ständig alles analogisieren. Nenn es beim Namen!

Das erschreckende in unsrer Gesellschaft ist doch, dass das Denken von damals schon wieder so tief verwurzelt iost, dass es keiner mehr merkt. Und da kommt das Buch ins Spiel. Find ich gut.

In einem Land, in dem ein Sarazin ungehindert hetzen darf und sich dessen Buch auch noch verkauft wie geschnitten Brot, muss man sich Kritik in Form einer solchen Satire schon mal gefallen lassen.

Frag doch mal rum! Hör mal aufmerksam zu in deinem Umfeld! Wie viele sind der Meinung, nicht nationalistisch zu sein, äussern sich aber genau gegenteilig. Meist unter dem Deckmantel: Man wird ja wohl noch sagen dürfen. So nach dem Motto: Ich bin nicht rechts, aber man wird ja wohl noch sagen dürfen, dass die Kanacken ihre Moscheen gefälligst in ihrem Land bauen sollen. Sowas begegnet einem alltäglich.

Ich kann mich noch an eine Studie errinnern. ist kein Jahr her. Es wurde unter vielen Leuten ein Fragebogen verteilt. Auf diesem wurden die Leute befragt, wie sie ihre politische Ausrichtung einschätzen. Links, , mitte, rechts, rechtsradikal, linksradikal usw. Später folgten Fragen zur politischen Sitution un dwas man darüber denkt.

Die Studie ergab, dass sich über 30% der Leute4 eindeutiog rechtsradikale Antworten ankreutzen, obwohl sie sich selbst als NICHT Rechts sehen. Also vollkommen gegensätzlich.Das Zeigt, wie tief verwurzelt solche Ansichten schon wieder sind. Es ist Alltag und normal. Nationalsozialistisch  oder zumindest nationalistisch ist einfach Norm!

Ratgeber hat Recht. Die Grössen von damals muessten den Leuten von heute nur erzählen, was sie hören wollen. Andre Rethorik, selber Effekt. Und es würde WIEDER funktionieren!! Wir haben nichts gelernt.

Wenn heute einer käme und erzählte, er würde gegen die ganzen Betrügerbanker vor gehen, raus aus der EU, wieder DM usw, der würde, wenn er es geschickt anstellt massig Wähler finden. (Freilich mit einem Ausgereiften Konzept). Aber wen juckt es dann noch, wenn der später erklärt, die Banker sind eh alles Juden, die uns hier besch****n.

Mal dir das mal aus. Erschreckend, dass sowas nochmal klappen könnte.................



Letzte Änderung am: 03.07.2013 um: 13:35 Uhr durch: consider
 

 
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