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Brot für den Müll

Seiten: 1, 2
cori
Verfasst am: 18.02.2015 um: 13:58 Uhr
 
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Ein interessanter Artikel:

http://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-konsumgueter/backwaren -im-muell-ab-zehn-prozent-faengt-es-an-wehzutun/11388026.html

Ich stelle mir immer vor, was zum Beispiel Menschen dazu sagen würden, die nicht wissen, wie sie ihre nächste Mahlzeit bezahlen sollen.



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SCHADE, dass cwcity die Seiten abgeschaltet hat! 
 



consider
Verfasst am: 18.02.2015 um: 17:52 Uhr
 
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Ich habe aufgehört, mich über diese kranke Schei..e aufzuregen.

 

chrwhm
Verfasst am: 18.02.2015 um: 19:14 Uhr
 
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Hey,

für sowas gibts bei uns eigentlich die Tafel - die holen z. T. die Waren ab, die bei verschiedenen Läden aus dem Regal genommen werden, weil sie niemand mehr kaufen würde, sortieren schlechte Lebensmittel aus und verteilen die guten an Bedürftige. Es sollten sich nur mehr Unternehmen (gerade Bäcker) anschließen..

Soll auch Bäcker geben, die nicht verkaufte Ware als Brennmaterial benutzen und damit Energie sparen - ist auch noch besser als der Müll.

lg



www.laptop-kaffee.de

"Normalised data is for sissies."
(Cal Henderson, chief software architect of flickr)

 

Ratgeber
Verfasst am: 18.02.2015 um: 19:54 Uhr
 
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Habe viele Jahre über einer solchen Bäckerei gewohnt. Da bekommt man so einiges mit.

Doch zunächst einmal: Im Beitrag ist nicht vom einzelnen Bäcker die Rede, sondern von Filialketten mit 6-40 Filialen... und das nennt man "mittlere Größe"

a) sind das keine "Bäckereien" sondern nur Backwaren-Verkaufsgeschäfte

b) bekommen sie eigentlich auch nur "Massenfertigung" aus industrieller Produktion. Woher soll sonst z.B. Backwaren für 40 Filialen kommen , die alle morgens zur Öffnung bereit stehen ?

>> Wir raten vielen Bäckern: Ihr müsst euer Portfolio reduzieren und euch auf eure Stärken besinnen, statt euch mit riesigen Angeboten auf die Billigheimer-Konkurrenz der Industrie einzulassen“<<
Sie verkaufen also faktisch doch das Gleiche, was sie andererseits wieder schlecht reden.

Doch mal zu Realität im echten Leben einer solchen Filiale...
5 Uhr morgens wird der Laden per Transporter bestückt.
Gegen Nachmittag kommt die nächste Fuhre
Abends steht der Transporter wieder davor.. diesmal um die Reste abzuholen.

Diese "Bäckerei" hat eine längere Zeit lang ca. 1 Stunde vor Schluss ihr (geschnittenes) Brot immer zum 1/2 Preis im "Außenverkauf" (eine Theke mit Öffnugn nach außen) verkauft. Gute Idee, die auch die Regale so ziemlich leer räumte. Es gab extrem weniger Abfall.
In dieser Stunde bildeten sich aber lange Schlagen. Die Stunde reichte nie wirklich aus um alle Kunden bedienen zu können.
Während der Verkauf noch lief , begann man zeitgleich mit dem Wegwerfen in große Säcke.

Irgendwqann hörte man damit auf .. was auch für uns die Zeit enden ließ, mal günstiger an frisches Brot zu kommen.
Man kehrte zur "reinen Wegwerftaktik" zurück .. weil die effektiv doch nützlicher war.

Ist nur reines Kalkül:
Wenn keiner mehr auf günstiges Brot lauert, kann ich alles zum vollen Preis verkaufen. In der gleichen Zeit mache ich mit der gleichen Menge also den doppelten Umsatz (und Gewinn). Ich kann also völlig ohne Verlust, einfach die halbe Menge wegwerfen. Wieso soll ich da dann noch billiger verkaufen ?

Was übrigens im Beitrag nicht erwähnt wird ist, dass das "weggeworfene Brot" nicht wirklich weggeworfen wird.
Es wird danach nämlich doch noch verkauft. Davon hält man sich aber lieber bedeckt, weil man dann ja nicht mehr auf so hohem Niveau jammern kann.
Das retournierte Brot wird im 2. Leben zu Viehfutter oder geht als reiner Brennstoff in Kraftwerke. Brot hat einen relativ hohen Wärmeenergiegehalt. Ich möchte behaupten, dass er annähernd ähnlich hoch ist als wenn man mit Pallets heizen würde.
Man "vernichtet also kein Geld" sondern holt sich immer noch relativ viel auf anderen Nutzungsebenen.

Die gleiche Stadt, aber eine wirkliche Brotfabrik, die eine bekannte Marke herstellt.
Da kann man morgens und sonntags im "direkten Werksverkauf" auch "Brot vom Vortag" kaufen. In allen Filialen sind entsprechende Hinweise angebracht. In den Filialen wird das Brot auch nicht in Säcke geworfen, sondern ordentlich verpackt und abgeholt.
Ich muss leider raten, weil ich natürlich so einen Bäckereiwagen nicht auf seinem Weg verfolgt habe...diese Brote kommen zum Werk zurück, wo man sie dann vergünstgt kaufen kann.

Zwei völlig verschiedene Prinzipien:
1x die Wegwerfbranche, die aus reinem Kalkül lieber "aus dem Verkehr zieht" und das Brot - das nun nicht mehr verkauft werden darf (Hygieneverordnungen) lieber als Futter oder Brennstoff weiter zu Geld macht, als dass man "altes Brot" bekommt.
1x der eigentliche Hersteller, der seine Ware korrekt zurückholt und dann erneut und vergünstigt n den Handel bringt. Er tut was Gutes , schont Resourcen und verschwendet möglichst wenige Lebensmittel .. obwohl er doch an der Quelle sitzt. Klar, am Ende wird auch er zu alte Backwaren "anders verwenden". Er kann sie aber zu weiteren Lebensmitteln ()z.B. Semmelbrösel usw) weiter verarbeiten.

Ich fahre öfters in eine ländliche Gegend. Dort läuft es völlig anders in den Bäckereien ab...
Samstags machen die Läden mittags zu. Morgens gibt es nur noch frische Brötchen. Brot wird nicht mehr neu gebacken.
Den Leuten in der Gegend genügt das aber auch schon.
Wer mitags noch Brot braucht, kann nur noch wählen "nimm DAS oder nichts".

Das ist eigentlich das was im Beitrag so hoch als das "Nonplusultra" gelobt wird. Jau, auf dem Durpe macht man das doch schon immer so. 100% Verwertung als Lebensmittel. Brot und Kuchen wird auch "alt" noch verkauft.

Doch ich bin ehrlich.
Wenn ich da schnell noch Brot holen muss .. und nur noch hoffen kann überhaupt noch irgendeins zu bekommen , dann ist das auch nicht unbedingt nach meinem Gusto, weil man da nämlich für altes Brot genauso viel zahlt wie für frisches. Da möchte ich doch auch lieber "für gutes Geld" ein frisches Brot haben. Aber, naja, so ist es eben manchmal auf dem Lande.

Jahre zurück, habe ich mal im Harz an so einem Tag ein Brot holen müssen. Meine Freunde waren gerade dorthin am Umziehen. Bei denen meheren Tonnen Material hatte ich aber keine Lebensmittel im LKW für das WE dabei.
DA wurde uns ganz dreist ein Brot verkauft , das ich später gut als Werkzeug einsetzen konnte. Steinhart und trocken , mit dem Brotmesser nicht mehr zu schneiden und eine Kreissäge hatte ich nicht dabei.
Das war dann wohl der "Gruß an Wessi-Neuankömmlinge" ? War mir eine Lehre. Beim nächsten Mal das Brot kurz gedrückt und wenn es hart war einfach über die Kante der Theke geschlagen. "OK, und nun will ich ein Brot  und nicht so einen Müll oder hältst du mich für bekloppt?"
Habe s nur einmal machen müssen, beim nächsten Mal griff er wieder zu so einem Knüppel , sieht mich an und schon zuckt seine Hand zu einem richtigen Lebensmittel. Naaa ? Geht doch ooder ?

Soll zeigen:
"Kleine" und wirkliche "mittelständische Bäckereien" gehgen viel vernünftiger mit den Lebensmitteln um. Wenn man jedoch nur "Bäckereiladenketen" anschaut, dann ist es ein völlig anderes Bild. Der Aufwand für das korrekte Verpacken ist ihnen einfach zu aufwendig. Da wird dann lieber eher alles in die Mülltüte geworfen, damit man die "Ausrede Hygienevorschriften" hat.

Und wisst ihr was eigentlich mit am Härtesten ist ?
Wenn man an der Theke steht, zusieht, wie gerade "Brot entwertet" wird und zu hören belommt "Sorry alles ausverkauft" ... dann geht man mit der Faust in der Tasche und knurrendem Magen weiter und möchte den Verantwortlichen in der Chefetage mit steigender Begeisterung den Kopf so lange gegen eine Wand knallen, bis die Erschütterungen das kleine Räderwerk im Kopf wieder in Gang setzt, damit der Denkprozess erneut beginnen möge.

Wenn Lebensmittel wirklich verdorben sind, müssen sie auch weg. Ein Brot hält sich aber rund eine Woche .. wenn wenigstens die "Tafel" und andere die Reste bekommen würden.
Da sind manche eigenverantworltiche Filialleiter von Discounterketten manchmal sogar noch vorbildlich zu nennen, wenn sie noch verzehrfähige Lebensmittel lieber spenden als sie zu vernichten.



 
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possos
Verfasst am: 18.02.2015 um: 20:42 Uhr
 
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Seit "We Feed The World" eigentlich überall und jedem bekannt und es hat sich nichts geändert.


 

Willow
Verfasst am: 19.02.2015 um: 19:40 Uhr
 
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Ich kann diese verschwendung auch gar nicht nachvollziehen...

Ich schmeiße wirklich hoch selten etwas weg und auch nur dann, wenn es
vom Schimmel befallen wurde...
Ich jutze selbst Brot, wenn so hart ist, dass man es als Waffe nutzen koennte
Dann mache ich es sehr feucht, und lege es über Nacht in eine Plastiktüte...
Am nächsten Tag mache ich dann daraus Brotchips ;)

 Das Leben hat viele Farben... 
 

esf-forum
Verfasst am: 21.02.2015 um: 04:52 Uhr
 
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Also Wegwerfen von Lebensmittel, egal welcher Art, ist schon lange nicht mehr akzeptabel und was hier mit de Brot geschieht ist einfach unverantwortlich und müsste schärfstens bestraft werden. Ene Abgabeplicht an die Tafel wäe endlich von Nöten, wenn Lebensmittel nicht mehr verkauft werden sollen, bei Verstößen- hohe Geldstrafen, das hilft.

 

duxaquila
Verfasst am: 21.02.2015 um: 15:59 Uhr
 
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Das wegwerfen von Lebensmitteln hält den Preis hoch.

Bsp Brot, das ding wird für 20cent hergestellt unf für ein vielfaches verkauft, da wir in Deutschland allein fast 1/3 an Überproduktin von Lebensmitteln haben, ist da das wegwerfen günstiger als es um die Ecke zu verschenken, denn:

Wer es kauft, bringt den Unternemen Umsatz,
Wer es geschenkt bekommt, kostet den Unternehmen Geld

An der Überproduktion sind wir als Konsumenten selbst schuld, Wir kaufen keine Paprika oder ekin Brotz was ein wenig hart ist, wenn es das gute frische für den selben preis gibt
Anders ist das hier bei Gurken und das ist echt makaber. Eine Gurke muss grade sein, damit man Verpackungsmaterial spart. Denn wenn eine davon krumm ist ist das auch gleich weniger im Karton. Somit steigen die Verpackungskosten und so auch der Preis der Gurke.

 

Ratgeber
Verfasst am: 22.02.2015 um: 02:45 Uhr
 
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Ich gebe jetzt mal Kontra .. gegen den sparsamen Umgang mit Lebensmitteln.. bitte aber trotzdem nicht zu ernst nehmen. Ist reiner Sarkassmus.

Wenn ich regelmäßig mehr kaufe als ich essen kann - und den Rest dann wegwerfe - dann wird doch eigentlich nicht mehr verschwendet als sonst auch.
Eigentlich ist es doch egal, ob ICH das Brot wegwerfe oder ob die Bäckerei das Brot (das ich wegen sorgsamen Umgang mit Lebensmitteln nicht kaufe) das übrig bleibt , wegwirft.

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Übrigens schon mal drauf geachtet ?
In Supermärkten hat alles verpackte Brot ein MHD. In Bäckereien wird aber nicht verpackt, sondern lose rausgegeben oder wenn, dann kommt nur ein einfacher Verschluss dran.
Ziel ist, dass der Verbraucher zuhause nicht wirklich weiß, wie lange sich das Brot halten kann. Dann wirft er es früher weg und kauft neues nach.

Wer jetzt mal wissen will, wie lange Brot sich normalerweise hält, der soltle mal unter www.was-wir-essen.de/abisz/brot_zub... nachschauen.
Danach kann man sich dann einfach einen Zettel mit Kaufdatum in die Brotbox legen und hat dann sein eigenes MHD.. und schon wirft man es nicht zu früh weg.

Übrigens: Wenn sich Schimmel bildet, MUSS das ganze Brot weggeworfen werden. Auch wenn an anderen Stellen noch nichts zu sehen ist, so hat das Pilzgeflecht doch schon das ganze Brot durchzogen. Hier gilt Gesundheitsschutz vor Sparsamkeit.


 
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belindasue05
Verfasst am: 23.02.2015 um: 17:24 Uhr
 
Cw Insider
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Warum werden denn solche Lebensmittel bzw. Backwaren nicht an die "Tafeln" gegeben? Die gibt es doch mittlerweile in fast jeder Stadt oder Gemeinde.

 

 
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